Fachkräfte- und Berufsnachwuchssicherung im Betrieb strategisch angehen

In Zeiten von demographischem Wandel und dem Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung wächst der Bedarf an Fachkräften und Berufsnachwuchs. Dabei sichert gerade ein gut ausgebildeter Mitarbeiterstamm mittel- und langfristig die Wirtschaftlichkeit und damit auch die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

In Branchen wie der Agrarwirtschaft und des Gartenbaus kommen weitere Hemmnisse wie ein schlechtes Image der Berufsbilder der sogenannten „Grünen Berufe“ oder die schlechte Infrastruktur im ländlichen Raum hinzu.
Doch was ist zu tun, wenn Fachkräfte und Berufsnachwuchs fehlen? Hier kann es helfen, vorhandenes Potential der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erschließen und durch Weiterbildungen zu fördern. Dabei können jedoch auch verschiedene, oftmals völlig unerwartete Schwierigkeiten auftreten: Ein Beispiel hierfür liefert die leo.-Level-One-Studie der Universität Hamburg aus dem Jahr 2011.
Sie offenbarte, dass 57% der erwerbstätigen Bevölkerung in Deutschland „funktionale Analphabeten“ sind, also nicht in dem Maße Lesen, Schreiben und Rechnen können, dass es den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht wird.
Betroffene haben gelernt, damit umzugehen und ihr Handicap zu verbergen. Dies funktioniert bestenfalls solange keine Veränderungen am Arbeitsplatz auftreten. Ergeben sich jedoch Abweichungen im Arbeitsablauf oder im Arbeitsumfeld stehen Betroffene vor erheblichen Problemen. Auch für Unternehmen kann dies bedeutsam werden, gerade wenn es um Fragen der Arbeitssicherheit oder der Weiterbildung geht.
Das Projekt „BeFaNa – Beratung – Fachkräftesicherung und Nachwuchsgewinnung“, dessen Träger die LEB Sachsen-Anhalt ist, setzt an dieser Stelle an und sucht den Dialog zu klein- und mittelständischen Unternehmen der Agrar- und Hauswirtschaft und des Gartenbaus, die sich verstärkt der Thematik Personalentwicklung im Betrieb widmen wollen. Durch einen fachlichen Austausch, Seminare und praxisorientierte Workshops sollen BetriebsleiterInnen und Personalverantwortliche in die Lage versetzt werden, von funktionalem Analphabetismus betroffene MitarbeiterInnen zu erkennen und diese im Sinne einer Steigerung der Fachkräftepotentials im Unternehmen zu motivieren, in Alphakursen Lesen und Schreiben zu lernen.
Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Sachsen-Anhalt finanziert und läuft in der Zeit vom 01.04.2014 bis 30.04.2015. BetriebsleiterInnen und Personalverantwortliche klein- und mittelständischer Unternehmen der Agrar- und Hauswirtschaft, die an einem fachlichen Austausch interessiert sind, können sich gern unter Tel.: 0391-7330033 bzw. per e-mail unter sachsen-anhalt@leb.de an die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB) wenden.

Wer ist die LEB? Die Ländliche Erwachsenenbildung in Sachsen-Anhalt e.V. wurde 1991 in Magdeburg gegründet. Ihre Aufgabe ist es, landesweit zu einem bedarfsgerechten Bildungsangebot, besonders im ländlichen Raum beizutragen. Darüber hinaus will sie Hilfestellung bei der gemeinschaftlichen Bewältigung individueller Sorgen und Nöte bieten.

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